Akademie für Tiergesundheit e.V.Akademie für Tiergesundheit e.V.
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Presse aktuell


Ankündigung

Vergabe von Promotionsstipendien und Kongressbeihilfen der Akademie für Tiergesundheit e.V.

Die Akademie für Tiergesundheit e.V. unterstützt klinische und experimentelle Forschungsvorhaben auf dem gesamten Gebiet der Veterinärmedizin und Tierernährung. Für diesen Zweck werden Promotionsstipendien und Kongressbeihilfen vergeben.

Für ein umgrenztes Forschungsvorhaben auf den genannten Gebieten vergibt die Akademie Promotionsstipendien für die Dauer von längstens zwei Jahren.

Die Antragsfrist für die Vergabe der Stipendien läuft bis 15.06.2022, 24:00 Uhr. Die Anträge sind in elektronischer Form bei der AfT (E-Mail: info(at)aft-online(dot)net) einzureichen. Die Anträge können auch direkt online über ein Formular auf der Webseite gestellt werden. Besonders wird darauf hingewiesen, dass die Eignung des Promovenden im Fokus steht.

Darüber hinaus vergibt die Akademie für Tiergesundheit Kongressbeihilfen. Hierdurch soll es jungen Nachwuchswissenschaftlern der veterinärmedizinischen Bildungs- und Forschungsstätten ermöglicht werden, mit einem eigenen Beitrag an einem wissenschaftlichen Kongress im In- oder Ausland teilzunehmen. Auch die Teilnahme an Online-Tagungen kann gefördert werden. Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 75 % der Gesamtkosten, maximal € 1.000. Der Bewerber muss Erstautor oder Vortragender des Beitrages sein und sollte das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben. Anträge können jederzeit in elektronischer Form (E-Mail: info(at)aft-online(dot)net) gestellt werden.

Weitere Informationen über die Vergabebedingungen sowie Hinweise zur Antragstellung erhalten Sie hier oder bei der Geschäftsstelle der Akademie für Tiergesundheit e.V., Postfach 26 01 64, 53153 Bonn, Tel. 0228/318293.

 

 

Antimikrobielle Resistenz – Grundlagen und innovative Forschungsansätze

Berlin/Bonn.Am 17. und 18. März fand das Frühjahrs-Symposium der Akademie für Tiergesundheit e. V. (AfT) in Berlin statt. International anerkannte Experten referierten über die Grundlagen und die neuen Forschungsansätze zum hochaktuellen Thema „Antimikrobielle Resistenz“. Eine Führung durch das neu errichtete Tiermedizinische Zentrum für Resistenzforschung (TZR) an der FU Berlin ermöglichte den Teilnehmern exklusive Einblicke in das neue Zentrum.

Das Symposium der Akademie für Tiergesundheit bot den über 100 Teilnehmern einen differenzierten Überblick über die Herausforderungen und Problematiken, vor denen Human- und Veterinärmedizin aufgrund von Resistenzen gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen bei Bakterien heute stehen. Zudem erhielt das Auditorium einen detaillierten Einblick in die innovativen Forschungsansätze, die sich mit der Minimierung von Resistenzen beschäftigen.

Grundlagen und Diagnostik der Resistenz

Der erste Teil der Veranstaltung stellte die Grundlagen der Resistenzforschung in den Vordergrund. Der in-vitro Empfindlichkeitsprüfung kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Diskutiert wurden die klassischen Methoden, die für die Messung der Empfindlichkeit der Bakterien gegenüber antimikrobiellen Wirkstoffen zur Verfügung stehen, wie beispielsweise die Bouillon-Mikrodilution, die Agar-Dilution, der Agar-Diffusionstest und der E-Test. Die Validierung der labordiagnostischen Ergebnisse anhand von standardisierten Qualitätskontrollen entsprechend der jeweiligen Testvorschrift sollte sichergestellt werden. Es wurde aufgezeigt, dass die klinischen Grenzwerte sowie die darauf basierende Einteilung in die Kategorien „empfindlich“, „intermediär“ und „resistent“ Rückschlüsse auf die zu erwartenden Therapieerfolge zulassen.

Resistenzgen-Austausch zwischen Menschen, Tier und Umwelt

Eine evolutionsbiologische Betrachtung der Resistenzmechanismen von Bakterien verweist auf deren Fähigkeit, sich durch intrinsische oder erworbene Resistenzen gegen antimikrobielle Wirkstoffe zu schützen und diese Fähigkeit via Resistenzgentransfer zu übertragen. Zur Bekämpfung der Ausbreitung von Resistenzen ist daher unabdingbar, den OneHealth-Ansatz zu verfolgen und die Triade von Menschen, Tier und der Umwelt zu berücksichtigen.

Erkennt man die Antibiotikaresistenz als globales Problem, wird offensichtlich, wie wichtig der Schulterschluss zwischen klinischer Forschung und pharmazeutischer Industrie ist, um die vorhandene Grundlagenforschung zu nutzen und voranzutreiben und mit vereinten Kräften die Verfügbarkeit von neuen antibiotischen Wirkstoffen zu ermöglichen. Als mögliche Ansätze in der Entwicklung wurden die Modifikation von vorhandenen antibiotischen Wirkstoffen, die Kombination von Wirkstoffen mit Resistenzblockern sowie die Einführung neuer Wirkstoffklassen benannt.

Therapieansätze zur Bekämpfung von Resistenzen

Der zweite Teil der Veranstaltung konzentrierte sich auf die Entwicklung und den Einsatz neuer Therapieformen zur Bekämpfung von bakteriellen, resistenten Krankheitserregern. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den halb- und vollsynthetischen Glykokonjugat-Impfstoffen gegen schwere bakterielle Infektionen, einschließlich resistenter Krankenhauskeime, deren Einsatz bereits dokumentierte Erfolge in der praktischen Anwendung erzielt hat. Sie regen das Immunsystem zu einer Reaktion gegen die einzigartigen Zuckermoleküle auf der Oberfläche der Bakterienzellen an.  

Ebenfalls Beachtung verdient bei klinischer Evidenz die Phagen-Therapie und die mit ihr einhergehende Forderung, diese in Europa erneut zu etablieren. Ein Vorteil liegt in der spezifischen Phagen-Wirt-Interaktion, die einen gezielten Therapieansatz ermöglicht, durch den die Vermehrung der Wirtsbakterien bekämpft wird. Dies setzt jedoch eine intensive Erforschung der Phagen-Diversität voraus.

Auch die Mikrobiome von Menschen und Tieren nehmen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer effizienter Therapieformen ein. Untersuchungen der schweren C. difficile Kolitis beim Menschen weisen darauf hin, dass eine hohe bakterielle Diversität des Mikrobioms den Befall mit pathogenen Keimen und multiresistenten Erregern mildern oder sogar unterdrücken kann. Daraus ergibt sich der Rückschluss, dass ein diverses mikrobielles Ökosystem die Entstehung der – noch wenig erforschten – Kolonisationsresistenz ermöglicht, die eine Ansiedlung von krankheitserregenden Bakterien verhindert.

Biofilm-assoziierte Erkrankungen stellen für die Antibiotikatherapie eine besondere Herausforderung dar. Bakterien in Biofilmen weisen eine bis zu 1.000-fach höhere Resistenz auf als planktonische, also freischwimmende Bakterienzellen. Neben der schlechteren Zugänglichkeit für antimikrobielle Wirkstoffe der in Biofilmen eingebetteten Bakterien, gewinnen diese zudem ihre Antibiotikatoleranz, indem sie der intrazellulären Alkalisierung durch Anpassung der Stoffwechsel- und Transportfunktionen entgegenwirken. Ein verminderter Protonen-Efflux trägt zur antimikrobiellen Toleranz bei. Eine Lösung könnte in der bio-energetischen Veränderung der Zellen liegen, indem sie Umgebungsfaktoren ausgesetzt werden, die zu einem niedrigeren intrazellulären Protonenspiegel führen.

Bedeutung von Wissenschaft und Forschung im Kontext des Zeitgeschehens

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, griff in seiner Rede am Abend Fragen der Krankheitsvorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten auf und ging auf Erfahrungen aus der Bekämpfung der COVID-19 Pandemie ein. Das Zusammenwirken und den wissenschaftlichen Austausch auf allen Ebenen, lokal, national und international hob er ebenso als wichtige Elemente hervor, wie eine verbesserte Wissenschaftskommunikation, die das Verhalten der Menschen nicht unberücksichtigt lässt. Er verwies auch auf die Relevanz der antimikrobiellen Resistenz, die er als „stille Pandemie“ bezeichnete.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde den beiden Preisträgerinnen aus diesem und dem vorigen Jahr der Förderpreis der Akademie für Tiergesundheit überreicht. Frau Dr. Dr. Katharina May, Justus-Liebig-Universität Gießen wurde in diesem Jahr für ihre innovative Forschung auf dem Gebiet der Krankheitsresistenz von Nutztieren ausgezeichnet. Frau PD Dr. med. vet. habil. Doris Höltig, Dipl. ECPHM erhielt den Preis 2021 für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur klinischen Forschung mit dem Schwerpunkt bakterieller Atemwegserkrankungen des Schweins. Sie hat inzwischen den Lehrstuhl für Krankheiten des Schweines and der FU Berlin inne.

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Akademie für Tiergesundheit verleiht Förderpreise

Junge Wissenschaftlerin der veterinärmedizinischen Tierzucht an der JLU Gießen ausgezeichnet und Vorjahrespreisträgerin gewürdigt

Im Rahmen des diesjährigen AfT-Frühjahrssymposium hat die Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) am 17.03.2022 in Berlin Frau Dr. Dr. Katharina May, Justus-Liebig-Universität Gießen für ihre innovative Forschung auf dem Gebiet der Krankheitsresistenz von Nutztieren mit dem Förderpreis 2022 ausgezeichnet. Außerdem konnte bei der Veranstaltung auch die Auszeichnung der Förderpreisträgerin des Vorjahres, PD Dr. Doris Höltig im würdigen Rahmen nachgeholt werden.
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Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Veterinärmedizin

Akademie für Tiergesundheit (AfT) vergibt Forschungsstipendien und Förderpreis 2022

Promotionsstipendien und Kongressbeihilfen

Die Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) fördert regelmäßig mit einem Stipendium Promovierende auf dem Gebiet der Tiergesundheit.

In diesem Jahr hat das Kuratorium der AfT ein 24-monatiges Stipendium sowie ein 12-monatiges Stipendium an zwei Promovierende der FU Berlin vergeben. Sie sollen hierdurch unterstützt werden bei ihren Untersuchungen zur Identifizierung der genetischen Grundlage der Makrolidresistenz bei bovinen und porcinen Pasteurella multocida und Mannheimia haemolytica respektive zur Entwicklung einer mobilen Anwendung zur Erstellung von digitalen Differentialdiagnosen in der Veterinärmedizin am Beispiel ausgewählter Kleinsäuger-Erkrankungen.

Fördermittel für Reisebeihilfen für junge Wissenschaftler zur Präsentation ihrer Forschungsergebnisse bei wissenschaftlichen Kongressen wurden in diesem Jahr Corona-bedingt bisher nicht abgerufen.

Förderpreis

Der Förderpreis der Akademie 2022 wird auf dem Gebiet der Tierzucht vergeben. Der Förderpreis wurde vom Kuratorium Frau Dr. Dr. Katharina May, Justus-Liebig-Universität Gießen zuerkannt. Mit dem Förderpreis sollen ihre wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der genomischen, molekulargenetischen und phänotypischen Analysen zu Robustheit und Resistenz am Beispiel endoparasitärer Infektionen bei Milchkühen gewürdigt werden.

Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Verleihung des Förderpreises 2022 soll im Rahmen des AfT-Frühjahrssymposiums, das am 17. – 18.03.2022 in Berlin stattfindet, erfolgen.

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Nachruf Prof. Karl-Heinz Waldmann, Vorsitzender Kuratorium der AfT

Am 28.06.2021 verstarb in seinem 68sten Lebensjahr Univ.-Prof. Dr. Dr. habil. Karl-Heinz Waldmann, Dipl. ECPHM, Vorsitzender des Kuratoriums der Akademie für Tiergesundheit e.V.

Prof. Waldmann war als Hochschullehrer und Wissenschaftler aktiv in vielen veterinärmedizinischen Gremien und als Experte zu aktuellen Herausforderungen der Nutztierhaltung sehr geschätzt. Im Jahr 2014 wurde er in das Kuratorium der Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) berufen, dessen Vorsitz er 2015 übernahm.

In seine Amtszeit fiel das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen der AfT im Jahr 2018.

Mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen nahm Prof. Waldmann seine Rolle bei den Kernaufgaben der AfT wahr. Dazu gehörten insbesondere die Aufbereitung wichtiger Fragen zur Notwendigkeit der Gesunderhaltung von Tieren für die Öffentlichkeit und die Nachwuchsförderung durch Stipendien, Kongressbeihilfen und Förderpreise.

Unter seinem Vorsitz richtete die AfT zwei ihrer mehrtägigen Symposien sowie mehrere weitere eintägige Symposien zu veterinärmedizinischen Fachthemen aus. In den Jahren seines Vorsitzes konnten sieben junge Wissenschaftler für ihre herausragenden klinischen oder experimentellen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Tiergesundheit mit dem Förderpreis der Akademie ausgezeichnet werden. Besondere Freude bereitete ihm, dass gerade in diesem Jahr eine Wissenschaftlerin aus seinem Fachgebiet – Schweinekrankheiten – für ihre Forschungen ausgezeichnet wurde. 

Kuratorium und Mitglieder der AfT trauern um einen engagierten Tierarzt und Wissenschaftler, dem insbesondere die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein großes Anliegen war. Wir verlieren einen hoch geschätzten Kollegen und warmherzigen Menschen. Seiner Familie gilt unser Mitgefühl. Die Akademie für Tiergesundheit wird ihm ein ehrenhaftes Andenken bewahren.

Für das Kuratorium Frau Prof. Dr. Heidrun Potschka, LMU München (Vizevorsitzende), Dr. Martin Beer, FLI Riems, Prof. Dr. Arwid Daugschies, Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. Katrin Hartmann, LMU München, Dr. Ingo Lang, Boehringer Ingelheim, Prof. Dr. Stefan Schwarz, FU Berlin, Prof. Dr. Axel Wehrend, JLU Gießen
sowie Dr. Gerfried Zeller (AfT-Vorsitzender) und Dr. Sabine Schüller (Geschäftsführender Vorstand)

 

 

Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) zeichnet Wissenschaftlerin für Forschung zur Verbesserung der Tiergesundheit in Schweinebeständen aus

14.01.2021 - Die Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) zeichnet in 2021 Frau PD Dr. med. vet. habil. Doris Höltig, Dipl. ECPHM mit dem Förderpreis aus. Mit dem Förderpreis sollen die wissenschaftlichen Arbeiten von Frau Dr. Höltig zur klinischen Forschung mit Schwerpunkt bakterieller Atemwegserkrankungen des Schweins und die translationale Forschung zur Verbesserung der Tiergesundheit in Schweinebeständen gewürdigt werden. Die persönliche Verleihung der Auszeichnung erfolgt aufgrund des Corona-Geschehens zu einem späteren Zeitpunkt.

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